Custom-Büchse auf der Mauser-98-Plattform

Für einen Kunden durften wir kürzlich ein interessantes Projekt in Angriff nehmen: Auf Basis einer ausgedienten Mauser 98 im Kaliber 7,5x55 bauten wir eine Büchse im Kaliber .458 Socom. Das Kaliber wurde ursprünglich für die US-amerikanischen Streitkräfte entwickelt. Die Idee: Ein Kaliber mit ungleich höherer Mannstoppwirkung als die Nato-Standardpatrone 5,56mm, welches mit den bestehenden M4 Karabinern und M16-Gewehren verschossen werden konnte. Mit rund 11,6mm Geschossdurchmesser ist die .458 Socom aber auch für die Bündner Jagd tauglich oder glänzt mit hoher Augenblickswirkung auf der Sauenjagd.
Das System für die Custom-Büchse, eine ausgediente Mauser 98, hatten wir bereits im Haus. Ebenso einen Direktabzug der Firma Timney. Auch den Laufrohling zu organisieren war kein Problem: Beim deutschen Hersteller Lothar Walther wurden wir schnell fündig. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach einer Reibahle, um das Patronenlager schneiden zu können. Zumindest in Europa ist die .458 Socom doch eine exotische Erscheinung. In den USA fanden wir schliesslich einen Lieferanten, der uns die benötigte Reibahle zuschickte. So konnte die Arbeit beginnen.

Erst haben wir das Gewinde an der Laufwurzel geschnitten, damit der Lauf in das Mauser-System eingeschraubt werden kann. Dem Lauf haben wir gemäss Kundenwunsch auf Matchlaufkontur mit 22mm Durchmessern an der Mündung abgedreht sowie ein Mündungsgewinde 18x1 geschnitten und dem Lauf mit viel Schleifarbeit eine glatte Oberfläche verpasst. Die Patronenlager-Reibahle aus den USA hat sich zum Glück als qualitativ hochwertig erwiesen. Der Kunde hatte uns für die Arbeit eine Muster-Patrone geladen, anhand derer wir die optimale Patronenlagertiefe ermitteln und den Verschlussabstand einstellen konnten.
Um bei der Montage von Zielgeräten möglichst flexibel zu bleiben, wünschte sich der Kunde eine Picatinny-Schiene. Diese haben wir zuerst aufgelötet und für maximale Stabilität zusätzlich mit dem System verschraubt. Bevor es ans Zusammenbauen ging (den Schaft hat der Kunde selbst gemacht), wurden System und Lauf ins Brünierbad getaucht. Zum Schluss wurde noch der Schalldämpfer aufgeschraubt: Der Modulare A-Tec Hertz 2 im Kaliber .45.

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